SEHENS WERTES

> Der Dom und die romanischen Kirchen als Weltkulturerbe, die Museen und das Rheinpanorama: Das sind in der offiziellen Besucherstatistik die touristischen Highlights von Köln. Und natürlich der Karneval – der Rosenmontagszug lockt bis zu 1,5 Mio. Zuschauer an den Straßenrand. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen in den Vierteln des Zentrums und sind bequem zu Fuß zu erreichen. Bei Kriegsende 1945 war die Kölner Innenstadt zu 90 Prozent zerstört.

Die originalgetreue Rekonstruktion der romanischen Kirchen und des Rathausturms dauerte bis in die 1980er-Jahre. Wundern Sie sich allerdings nicht, wenn Sie am Rathausturm schon wieder ein Gerüst sehen: Bereits nach zwanzig Jahren müssen die Figuren an der Fassade restauriert oder erneuert werden.

Neben der Altstadt existiert auch das moderne Köln: Nach 1980 entstand der „Dom/Rhein-Komplex“ mit dem Museum Ludwig und dem Rheingarten. Am westlichen Rand der Innenstadt wurde nach 1990 der Mediapark errichtet, und in unseren Tagen bekommt der alte Rheinau- hafen ein neues Gesicht. Doch zwischen Eigelstein- und Severinstor stoßen Sie gleichzeitig an jeder Ecke immer wieder auf Zeugnisse aus 2000 Jahren: römische Ausgrabungen, Spuren des Mittelalters und aus der Frühzeit der Industriekultur.
Es sind Zeugnisse eines stolzen und selbstbewussten Bürgersinns, dem die Kölner auch ihre Museen verdanken: Seit der Kanonikus Ferdinand Franz Wallraf (1748-1824) so manches an Kirchenschätzen rettete, was sonst um 1800 in der Zeit der na- poleonischen Säkularisierung vernichtet worden wäre, haben Kölner Bürger immer wieder Kunstsammlungen zusammengetragen und der Öffentlichkeit gestiftet.

ALTSTADT

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Viertel rund um Groß St. Martin restlos zerstört. Originalgetreu verlief der Wiederaufbau nicht: Die winkligen Altstadtgassen waren nämlich bereits in den 1930er-Jahren gründlich saniert worden. In den Siebzigern förderten die Stadtoberen die Entwicklung zum Kneipenviertel – als Pendant zur Düsseldorfer Altstadt mit ihrer angeblich „längsten Theke der Welt“.

Kölns Altstadt am Abend

Kölns Altstadt am Abend

HALTER MARKT .Ü«. [111 E3]

Trotz des U-Bahn-Baus haben Sie von den Cafe-Terrassen aus einen schönen Ausblick auf das Rathaus, den Jan-von-Werth-Brunnen und die „Hüsjer bunt om Aldermaat“ (Häuschen bunt am Alter Markt), wie sie in einem volkstümlichen Schlager besungen werden. Unter der Dachrinne des Hauses Nr. 24 streckt Ihnen die Figur des „Kallendressers“ (Dachrinnenscheißer) das nackte Gesäß entgegen. Der Kabarettist Jürgen Becker versichert aber, bei der Verrichtung der Notdurft schone der Kallendresser die Teller der Touristen.

Der Jan-von-Werth-Brunnen geht auf eine Sage zurück: Jan von Werth war ein Bauernbursche, der der Magd Griet nicht fein genug war. Als er am Ende des Dreißigjährigen Krieges als stolzer Reitergeneral in seine Heimatstadt zurückkam, saß Griet als Blumenfrau am Stadttor und musste nun bedauern, ihn nicht geheiratet zu haben. Der Brunnen stammt aus dem Jahre 1884. Bahnen und Busse: Dom/Hbf oder Heumarkt

DOM [111 E2]

Die Legenden um St. Gereon und St. Ursula begründeten im frühen Mittelalter den Ruf des „hillige Kölle“ (heiliges Köln) als Pilgermetropole. 1164 gelangten aus Mailand die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln, für die man einen Schrein anfertigte. 1215 war dieses Meisterwerk mittelalterlicher Goldschmiedekunst vollendet, für das es dann natürlich auch einer angemessenen Kathedrale bedurfte. 1248 erfolgte die Grundsteinlegung. Meister Gerhard, der erste Dombaumeister, favorisierte den hochgotischen Stil französischer Krönungskirchen. Doch der Dom wurde nicht fertig – 1560 stellte man die Bauarbeiten ein, wegen der Pest und des wirtschaftlichen Niedergangs der Stadt.

Ausgerechnet die protestantischen Preußen vollendeten den Dom 1880. Sie vereinnahmten ihn politisch, indem sie ihn als nationales Kulturbollwerk feierten. Immerhin war der Dom zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung das höchste Bauwerk der Welt.

Die bunten Glasfenster sollten das Kircheninnere in ein mystisches Licht tauchen und so eine vergeistigte Atmosphäre schaffen. Daher lösten die Baumeister die festen Wände in große Fensterflächen und in schlankes Maßwerk auf. Am bes-‘ ten besuchen Sie den Dom an einem sonnigen Spätnachmittag, wenn die Sonnenstrahlen die herrliche Glasmalerei des Westfensters zu hellem Leuchten bringen. Die Gnadenmadonna vor dem Dreikönigenaltar im nördlichen Querschiff wird wegen der aufgenähten Votivgaben von dankbaren Gläubigen auch „Schmuckmadonna“ genannt. Die hölzerne Kanzel hinter einem der Vierungspfeiler stammt aus dem Jahre 1544; sie ist die älteste in Köln. In der Vierung steht auch der Thronsitz des Erzbischofs.

Das Gero-Kreuz (um 976) an der Nordseite des Chorumgangs ist eine der ältesten erhaltenen Großplastiken des Mittelalters. Am Ende des Chorumgangs steht der Altar der Stadtpatrone St. Ursula und St. Gereon, Das Altarbild hatte Stefan Lochner ursprünglich für die Ratskapelle gemalt.

Tgl. 6-19.30 Uhr \ Führungen Mo- Sa fl, 12.30, 14, 15.30, So 14, 15.30 Uhr | Preis 5 Euro. Multivision im Cinema-Domforum (gegenüber Westportal): Mo-Sa 12, 13.30, 15, 16.30, So 15, 16.30 Uhr | Eintritt 2 Euro \ www.koelner-dom.de \ Bahnen und Busse: Dom/HbJ.

Besuchen Sie uns unter: Reiseführer Oberbayern | Halong bay | Beste Reisezeit Kambodscha Vietnam | Mekong Delta one night tour | excursion hanoi ninh binh | Circuit Vietnam authentique | croisière saigon phnompenh mekong 3jours

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply

Powered by WordPress